Logbuch Wahlkampf: Was die „Generation Corona“ jetzt braucht

Keine Fußballturniere, keine Klassenfahrten, keine großen Geburtstagsfeste: Die Corona-Krise hat massive Auswirkungen auf den Alltag von Kindern und Jugendlichen; die Folgen für ihr Leben, ihre Gesundheit, ihre Psyche sind gravierend. Der Kontakt zu Freund*innen und Gleichaltrigen fehlt oder ist nur unter Einschränkungen möglich, Angebote der Sportvereine, Musik- und Tanzschulen oder andere Freizeitaktivitäten dürfen nicht stattfinden und das konzentrierte Lernen ist angesichts von digitalem Unterricht, Wechselunterricht und oftmals enormer Belastungen im familiären Umfeld oft nicht möglich. Nicht wenige leiden aufgrund der Pandemie unter Depressionen, Angst- oder Essstörungen. Laut einer aktuellen wissenschaftlichen Studie zeigt fast jedes dritte Kind psychische Auffälligkeiten.

Mich haben mehrere verzweifelte Anfragen zu dem Thema erreicht – von Menschen, die sich große Sorgen um ihre Kinder oder die Kinder von Verwandten und Freunden machen. Ich möchte diesen Rückblick deswegen nutzen, um ein bisschen ausführlicher darzulegen, was für die „Generation Corona“ jetzt getan werden muss und wofür ich mich als Regionspräsidentin einsetzen möchte.

Die seit dem 10. Mai in Niedersachsen geltenden Lockerungen für Kinder und Jugendliche greifen aus meiner Sicht zu kurz; es fehlt an kreativen Konzepten – insbesondere vor dem Hintergrund, dass aktuell noch nicht absehbar ist, wann es einen Impfstoff für Kinder und Jugendliche gibt. Sport in festen Gruppen und andere gemeinsame Aktivitäten im Freien sollten auch dort möglich sein, wo die Inzidenz über 100 liegt – mit entsprechenden Hygienekonzepten. Viele Sportvereine und andere Einrichtungen haben sich hier schon Gedanken gemacht, sie werden bloß nicht gehört. Mich haben mehrere Briefe von Betreiber*innen von Tanz- und Ballettschulen in unserer Region erreicht, die sich zurecht von der Politik im Stich gelassen fühlen.

Die Landesregierung steht in der Pflicht, die Lockerungen für Kinder und Jugendliche zu erweitern. Denn sie brauchen den Kontakt zu Gleichaltrigen und Räume, um sich entfalten zu können. Wichtige Themen wie Partizipation, Selbstorganisation und Gemeinschaft können ihnen nur nahegebracht werden, wenn man ihnen Raum und Zeit gibt für Begegnung, Austausch, Erlebnisse und Freizeit in der Gesellschaft – und zwar konkret durch Aktivitäten nach der Schule.

Öffnungsstrategien können aber nur ein Teil der Lösung sein. Wichtig ist auch, dass wir uns darüber Gedanken machen, wie Kinder und Jugendliche den coronabedingten Bildungsrückstand aufholen können. Ich setze mich für eine Offensive ein und möchte Schulen, freie Bildungsträger und Jugendeinrichtungen an einen Tisch holen, um Möglichkeiten auszuloten, wie die Region Hannover hier Unterstützung leisten kann. Es braucht zusätzliche Angebote, um Schulabbrüche zu verhindern. Außerdem möchte ich mir gemeinsam mit Unternehmen anschauen, wie Ausbildungen in Zukunft krisenfester sein können. Denn wir müssen alles dafür tun, dass Kinder und Jugendliche in unserer Region all die Voraussetzungen haben, die sie für ein gutes Leben brauchen. Und es muss ausreichende und niedrigschwellige sozialpsychiatrische Gesprächs- und Beratungsangebote und Behandlungsmöglichkeiten, wenn Ängste, Sorgen und Belastungen für Kinder, Jugendliche und Eltern zu groß werden.

Rückblick meiner Woche

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung hat die Wahl zur Regionspräsidentschaft zur Chefsache erklärt – und begleitet den Wahlkampf neben Artikeln und Interviews auch mit vielen Veranstaltungen. Das erste HAZ-Forum fand am 12. Mai statt und ich habe mich gemeinsam mit den Kandidat*innen von CDU und SPD den Fragen von Conrad von Meding gestellt. Viele Leser*innen hatten im Vorfeld spannende Fragen eingereicht. Sie zeigen deutlich, wie groß das Interesse an den vielen Themen der Region ist und wie wichtig Kommunikation und Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern sind. Nur so ist es möglich, eine zukunftsfähige Kommunalpolitik für die Menschen und ihre Bedürfnisse zu gestalten.

Der Klimaschutz hat zu Recht breiten Raum eingenommen und mir war es wichtig, zu unterstreichen, dass ich das Thema als Regionspräsidentin in den Mittelpunkt stellen möchte – mit einem ständigen Klimarat, der aus Vertreter*innen der Regionskommunen, aus Wirtschaft und Wissenschaft und aus der Mitte der Regionsgesellschaft besteht. Denn wir müssen als Region bis spätestens 2035 klimaneutral werden, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Das können wir als starke Gemeinschaft in der Region gemeinsam mit den Bürger*innen, den Regionskommunen, der Wirtschaft und der Wissenschaft auch schaffen – mit Mut, Kreativität und Willen! Dafür brauchen wir eine Energiewende mit einem intelligenten Ausbau von Solar- und Windenergie und Grünem Wasserstoff als „Wirtschaftskraftstoff“, eine Wärmewende mit dezentralen Wärmekonzepten und eine Verkehrswende, die Angebote schafft und alle Fortbewegungsmittel intelligent und klimafreundlich zusammendenkt. Dafür habe ich viele Ideen und Pläne, die Klimaschutz als Chance – und nicht als Bedrohung – sieht, Arbeitsplätze und Wissen in die Region holt und unseren Wohlstand nachhaltig sichert. Ich lade Sie herzlich ein, darüber mit mir in meinen wöchentlichen Sprechstunden zu reden, wie es uns gelingen kann, unsere wunderschöne Region gemeinsam fit für die Zukunft zu machen!

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