Logbuch Wahlkampf: Auf Tour in und um Uetze

Simone Meyer, Kandidatin für den Bundestag, und Frauke Patzke informierten sich bei einem gemeinsamen Besuch in Uetze über die Stromerzeugung in einem Biomassekraftwerk, nachhaltigen Tourismus und das chlorfreie Konzept eines Naturschwimmbades.

Erste Station der Tour mit dem Grünen Ortsverband Uetze am Sonntag war die Dollbergen Bioenergie GmbH, ein Biomassekraftwerk, das mittels Kraft-Wärmekopplungstechnologie Prozessdampf und Strom produziert. Zum Einsatz kommen dort Landschaftspflegeholz, Straßenbegleitholz, Waldrestholz, Hackschnitzel und Industrierestholz. „Das ist ein zukunftsweisender Ansatz auf dem Weg, unsere Region klimaneutral zu machen“, erklärte Patzke. „Wir brauchen solche Projekte, um die Energiewende vor Ort zu schaffen und die CO2-Emissionen in der Industrie zu reduzieren.“

Zweite Station des Besuchs war der Campingplatz Irenensee, dessen Betreiber Rihan Öngüdü mit den Folgen der Klimakrise zu kämpfen hat, da die Niederschläge in den vergangenen Jahren zu gering waren und der See an Wasser verliert. Öngüdü will den Campingplatz klimaneutral machen und hat dafür die Planung für eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage beantragt.

„Um die erschreckenden Folgen der Klimakrise zu beobachten, muss man nicht weit fahren. Schon jetzt ist es in unserer Region wieder viel zu trocken“, sagte Regionspräsidentschaftskandidatin Patzke. „Umso ermutigender ist es, dass Menschen wie Rihan Öngüdü selbst das Ruder in die Hand nehmen, um ihren Beitrag zur Energiewende zu leisten.“ Bedauerlich sei allerdings, dass er dabei mit so vielen bürokratischen Hürden zu kämpfen habe, ergänzte sie. „Die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen müssen verbessert werden, damit der Bau von Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen leichter gelingt.“

Im Anschluss ging es weiter zum Naturerlebnisbad Uetze, wo sich die beiden Kandidatinnen über die Pflanzenfilteranlage informierten. Das Wasser im Bad ist chlorfrei; es wird auf natürliche Weise gereinigt, indem Mikroorganismen zum Einsatz kommen. Patzke lobte den innovativen Ansatz. „Die Freibadgenossenschaft zeigt auf wunderbare Weise, wie man mit viel Herzblut eine nachhaltige Alternative umsetzt und dabei kein bisschen Spaß einbüßen muss.“

Als nächsten Schritt möchte die Genossenschaft eine Photovoltaik-Anlage auf das Dach des Schwimmbades bauen, hat dabei aber ebenfalls mit bürokratischen Auflagen zu kämpfen. „Auch hier nehmen Bürger*innen die Daseinsvorsorge wieder selber in die Hand. Wir brauchen gute Infrastruktur und den Zugang zu öffentlichen Gütern in den Kommunen.  Deshalb wollen wir gemeinsam eine neue Gemeinschaftsaufgabe ‚Regionale Daseinsvorsorge‘ im Grundgesetz verankern. Es kann nicht sein, dass Bürger*innen diese immer wieder selbst organisieren müssen“, betonte Bundestagskandidatin Meyer.  Ziel sei es, mit Regionalbudgets Bürger*innen und Akteur*innen vor Ort die Möglichkeit zu geben, ihre Dörfer und Städte selbstbestimmt zu entwickeln und zu gestalten.

Die letzte Station des Besuchs war die Genossenschaft „Zum Bahnhof 40“ in Dedenhausen, die Bewohner*innen gegründet haben, um die Gaststätte im Ort zu erhalten. „Ich weiß, wie bitter es ist, wenn der letzte Bäcker oder das letzte Lokal im Ort schließen müssen. Es ist toll, wie hier in Dedenhausen daran gearbeitet wird, sich diesem Trend entgegenzustellen. Unsere wunderbare Region lebt von solch engagierten Menschen und als Regionspräsidentin werde ich mich dafür einsetzen, dass sie alle Voraussetzungen haben, damit ihre Dörfer und Städte lebenswert bleiben“, so Patzke.

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