Mehr Unterstützung für Hotel- und Gaststätten

Frauke Patzke fordert mehr Unterstützung für das durch die Corona-Pandemie besonders hart getroffene Hotel- und Gaststättengewerbe. „Auch wenn derzeit viele Cafés und Restaurants wieder geöffnet haben und ein Stück Normalität auf die Straßen zurückkehrt, so darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass in diesem Wirtschaftszweig noch immer nichts normal läuft – insbesondere bei den Hotels, die zwar wieder öffnen können, aber denen die Gäste fehlen“, erklärte Patzke nach einem Gespräch mit dem Vorstand und der Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes e.V. (DEHOGA) Region Hannover.

„Wenn die staatlichen Hilfen jetzt auslaufen, werden viele Betriebe vor dem wirtschaftlichen Aus stehen. Das können wir uns als Region Hannover nicht leisten“, unterstrich Patzke. Hannover müsse nach der Pandemie wieder ein wichtiger Messe- und Kongressstandort werden – und dafür brauche die Region natürlich auch entsprechende Übernachtungs- und Gastronomieangebote. „Das Hotel- und Gaststättengewerbe ist ein wichtiger Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor in der Region“, fügte sie hinzu. Es sei wichtig, dass die Region die Branche auch im Bereich Ausbildung unterstütze, da viele Mitarbeiter*innen in der Pandemie abgewandert seien. „Eine Lösung könnten hier zum Beispiel Ausbildungsverbünde sein, wenn einzelne Betriebe allein eine Ausbildung nicht durchführen können.“

Patzke betonte, dass das Messe- und Kongresszentrum für sie einen hohen Stellenwert habe – auch und insbesondere als Ort für Innovation, Austausch und Vernetzung für die sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft. „Die Messe könnte ein gutes Beispiel für Innovation in Sachen Klimaschutz werden – zum Beispiel durch eine eigene Energieerzeugung. Außerdem sollten als „Cebit-Geburtsstadt“ Möglichkeiten für hybride Kongress-, Veranstaltungs- und Messeformate diskutiert, entwickelt und erprobt werden.“ Sie wolle sich für einen „Zukunftskongress für die Region Hannover“ einsetzen, um gemeinsam mit der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Kultur- und Kreativbranche die unterschiedlichen Möglichkeiten und Potentiale zu beraten und zu entwickeln.

Patzke macht sich zudem für ein regionsweites Naherholungs- und Tourismuskonzept stark – auch hier waren sich die Teilnehmer*innen des Gesprächs bei der DEHOGA einig. „Wir haben ein enormes Potential für Rad- und Kulturtourismus, das noch lange nicht ausgeschöpft ist. Auch Naturtourismus liegt voll im Trend. Die Region kann und muss hier Alleinstellungsmerkmale identifizieren und selbstbewusst bewerben“, sagte die Kandidatin. Die Verwaltung müsse Initiatorin, Moderatorin und Motor sein, um alle Akteur*innen an einen Tisch zu holen und die Potentiale der 21 Mitgliedskommunen stärker bekannt zu machen. „Unsere Region ist wunderschön – nur wir sind viel zu bescheiden, um mit dieser Schönheit auch zu werben“, so Patzke. Naherholung spiele dabei auch eine wichtige Rolle, um die Bürger*innen zu „Botschafterinnen“ für die Tourismus Region Hannover zur machen. „Die DEHOGA ist dabei ein sehr wichtiger Partner.“

Teilnehmer*innen des Gesprächs:
1. Vorsitzender DEHOGA Region Hannover: Jörg Lange
Geschäftsführerin DEHOGA Region Hannover:  Kirsten Jordan
Fachgruppe Ausbildung DEHOGA Region Hannover:  – Nicole Rösler
Fachgruppe Gastronomie DEHOGA Region Hannover: – Christian Stöver
Fachgruppe Hotellerie DEHOGA Region Hannover: – Cord Kelle
Oliver Kluck – Wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen in der Regionsversammlung

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