Neue Perspektiven für den Umwelt- und den Artenschutz

Die Eigenart, Schönheit und Vielfalt der Lebensräume in der Region Hannover gilt es zu sichern und wiederherzustellen – für die und zusammen mit den Bürger*innen der Region Hannover. Der Schutz und die Renaturierung von Gewässern und Wäldern und die Wiedervernässung von Mooren – all das sichert nicht nur seltene Lebensräume und die Biodiversität und erhöht die Attraktivität der Region Hannover, sondern schützt auch das Klima.

Arten- und Biotopvielfalt erhalten

Biologische Vielfalt sichert das Leben auf der Erde. Der Artenschwund ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit. Viele Arten sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht: Insekten genauso wie Wirbeltiere und heimische Wildpflanzen. Das Artensterben aufzuhalten bedeutet, natürliche Lebensräume zu erhalten und zu erweitern. Wir brauchen eine Landschaft ohne Pestizide, naturbelassene Wiesen und mehr naturwüchsigen Wald. Dazu will ich als Regionspräsidentin besser mit den Naturnutzer*innen und Naturschützer*innen zusammenarbeiten. Landwirt*innen sind für mich sehr wichtige Partner bei der Umsetzung des Landschafts- und Naturschutzes und auch des Klimaschutzes. Ich werde daher das Instrument des Vertragsnaturschutzes auf Regionsebene ausbauen, um gemeinsam mit den Landwirt*innen naturnähere Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten zu schaffen oder zu erhalten.

Gewässer, Wälder und Moore schützen

Wasser ist die Grundlage allen Lebens und unser wichtigstes Lebensmittel. Ziel einer nachhaltigen Wasserwirtschaft ist deshalb der Schutz des Grundwassers und der Oberflächengewässer. Naturnahe und frei fließende Bäche und Flussläufe müssen erhalten bleiben. Flüsse mit weiten Auen und Überschwemmungsgebieten sind auch der beste Schutz gegen Hochwasser. 

Auch in der Region Hannover ist der Wald durch die Klimakrise stark bedroht. Wir erleben heute schon ein Waldsterben, das weitaus größere Schäden anrichtet, als in den 80er Jahren durch den sauren Regen entstanden sind. Naturnahe, artenreiche und klimastabile Waldökosysteme sind widerstandsfähiger als Monokulturen. Als Regionspräsidentin werde ich mich dafür einsetzen, dass der Wald in der Region geschützt, aufgeforstet und erweitert wird.

Moore machen nur drei Prozent der weltweiten Landfläche aus, speichern aber doppelt so viel Kohlenstoffdioxid wie alle Wälder der Erde zusammen. Ihr Schutz lohnt sich: Werden Moore zerstört, setzen sie hohe Mengen klimaschädlicher Gase frei und einzigartige Tier- und Pflanzenwelten werden vernichtet. Das Altwarmbüchener Moor z. B. ist flächendeckend als FFH-Gebiet geschützt und gleichzeitig als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Durch die große Strukturvielfalt und die relative Abgeschiedenheit ist das Gebiet Lebensraum für viele, zum Teil gefährdete Tier- und Pflanzenarten wie Kranich, Schwarzstorch, Kreuzotter, Zauneidechse, Ringelnatter, Moorfrosch, Laubfrosch, Kammmolch, Fischotter, Libellen, Königsfarn, Schneiden-Ried und Zwerg-Igelkolbe und trägt damit zur Artenvielfalt in der Region bei. Als Regionspräsidentin will ich daher zusammen mit allen Akteuren als Beitrag zum Arten- und Klimaschutz eine Moorschutzstrategie mit konkreten Maßnahmen für alle Hoch- und Niedermoore in der Region erarbeiten und umsetzen. Moore laden zudem zum Wandern und Spazierengehen ein – sie sind ein schöner Bestandteil für ein naturnahes, klimaverträgliches und umweltfreundliches Naherholungs- und Tourismuskonzept für die Region Hannover, von dem auch die Wirtschaft profitiert.

Ressourcensparen ist Abfall vermeiden

Kreislaufwirtschaft ist ein zentrales Handlungsfeld des Klimaschutzes. Die Rohstoffe unserer Erde werden immer knapper, die Müllberge immer größer. Die Rohstoffe, die uns zur Verfügung stehen, müssen sparsamer und nachhaltiger genutzt werden. Sparsamer bedeutet, Produkte so herzustellen, dass sie als organische Nährstoffe in die biologischen Kreisläufe der Natur zurückgeführt werden können. Nachhaltiger bedeutet, die Produkte so zu konstruieren und zu produzieren, dass sie am besten immer wieder verwendet werden können. Recycling, Upcycling und das sogenannte Cradle-to-Cradle (von der Wiege zur Wiege)-Prinzip können die Müllberge in der Region auf lange Sicht reduzieren. Diese gesamtgesellschaftliche Herausforderung ist groß – aber auch der Gewinn ist groß! Denn damit sparen wir kostbare Ressourcen, profitieren von Innovation und neuen Arbeitsplätzen. Dafür werde ich die Voraussetzungen schaffen!

Diese Themen sind für mich als Regionspräsidentin besonders wichtig:

  • den Torfabbau in der Region Hannover zu beenden sowie weitere Moorflächen anzukaufen, damit sie wieder vernässt werden können
  • die Vernetzung schützenswerter Lebensräume in einem Biotopverbund zu etablieren
  • das Insektenbündnis Hannover auf Regionsebene erweitern
  • Naturschutzverbände, Land- und Forstwirtschaft sowie andere wichtige Landnutzer*innen an einen Tisch holen
  • ein Programm zur Erhöhung der biologischen Vielfalt auf Äckern, Weiden und Wiesen entwickeln
  • Wiesen und Weiden als artenreichen Lebensraum erhalten
  • Ökologischen Landbau und nachhaltige Bewirtschaftung fördern
  • Alt- und Totholz sind wichtige Rückzugsräume für Käfer, Pilze und Spechte: Mehr naturnahen Wald wagen!
  • Alleen zu erhalten und neu zu pflanzen
  • Erarbeitung eines regionsweiten Kompensationsflächenkatasters für Eingriffe in Natur und Landschaft
  • Verbesserung der Gewässerqualität von Bächen, Flüssen und Seen sowie der Trinkwasserqualität
  • Verbesserung des Schutzes und der Qualität des Grundwassers
  • Förderung der naturnahen Entwicklung von Gewässern durch Renaturierung und Schutz sowie Erweiterung von Überschwemmungsgebieten von Bächen und Flüssen 
  • Begrenzung der Flächen für Bodenabbau auf eine sparsame Inanspruchnahme zu begrenzen
  • Projekte zu unterstützen, die nachweislich Recycling- und/oder Upcylingprodukte sowie Cradle to Cradle zertifizierte Produkte nutzen
  • Wiederverwertung durch ein neues Wertstoffhofkonzept zu verbessern, beispielsweise die Wiederverwendung von entsprechenden Komponenten beim Elektroschrott zu ermöglichen
  • den Stoffkreislauf bei der Sperrmüllabholung zu verbessern
  • durch innovative Lösungen und eine bessere Aufklärung bei Verbraucher*innen und Hersteller*innen die Restabfallmenge pro Kopf um mindestens ein Drittel zu reduzieren
  • Hannoversche Abfalltage zur Information und Aufklärung einzuführen
  • durch engere Kooperation mit dem Einzelhandel Abfallvermeidung / Vermeidung von Verpackungsmüll zu initiieren
  • die Produktion und den Vertrieb des Kompostes zu intensivieren, insbesondere mit Blick auf die regionale Vermarktung
  • bei der Deponienachsorge Zusatznutzungen im Sinne des Klimaschutzes, z. B. Solarpanels, proaktiv einzuleiten